Madonna delle Lacrime

Das unglaubliche Wunder von Syracus

Manfred Ferrari

In der Tat scheint es ein etwas sonderbares Wunder gewesen zu sein, das sich im Anno Domini 1953 in der sizilianischen Stadt zugetragen hat. Das „unglaubliche“ daran erscheint mir in erster Hinsicht die Reaktion der Kirchenverantwortlichen zu sein. Da beginnt eine Ikone der Madonna aus Keramik zu weinen und der Bischof anerkennt es als ein Wunder. Mir kommen zumindest ein Dutzend europäischer Bischöfe in den Sinn, die bei den gleichen Phänomenen ein Tempo-Papiertaschentuch genommen und dem „Spuk“ ein klagloses Ende bereitet hätten.

Und dann passiert noch etwas unglaublicheres, ein Papst (Pius XII.) erlaubt sich im gleichen Jahr von einem Wunder zu sprechen, bevor sich die ehrwürdige Glaubenskongregation zu der Angelegenheit definitiv geäussert hatte. „Werden die Menschen die geheimnisvolle Sprache jener Tränen verstehen?“ sagte der Pontifex.“...sind es Tränen des Wartens auf die verspätete Rückkehr ihrer anderen Kinder, die einst gläubig waren, dann jedoch durch falsche Vorspiegelungen in die Scharen der Feinde Gottes gelockt wurden?“ wagte Papst Pius XII. zu fragen:

« Non senza viva commozione prendemmo conoscenza della unanime dichiarazione dell’Episcopato della Sicilia sulla realtà di quell’evento. Senza dubbio Maria è in cielo eternamente felice e non soffre né dolore né mestizia; ma Ella non vi rimane insensibile, che anzi nutre sempre amore e pietà per il misero genere umano, cui fu data per Madre, allorché dolorosa e lacrimante sostava ai piedi della Croce, ove era affisso il Figliolo. Comprenderanno gli uomini l’arcano linguaggio di quelle lacrime? Oh, le lacrime di Maria! Erano sul Golgota lacrime di compatimento per il suo Gesù e di tristezza per i peccati del mondo. Piange Ella ancora per le rinnovate piaghe prodotte nel Corpo mistico di Gesù? O piange per tanti figli, nei quali l’errore e la colpa hanno spento la vita della grazia, e che gravemente offendono la Maestà divina? O sono lacrime di attesa per il ritardato ritorno di altri suoi figli, un dì fedeli, ed ora trascinati da falsi miraggi? » 
(Papa Pio XII, 17 ottobre 1954, Convegno Mariano di Sicilia)


Sind dies nicht Worte von höchster Aktualität, in fernen Jahren ausgesprochen und heute zeitnaher denn je? Es sind Worte eines Papstes, der die Botschaft Mariens verstand und nicht verächtlich von einer „Postbotin“ des Himmels sprach, wie dies in Rom jemand gesagt haben soll.

Wer das Heiligtum der Weinenden Madonna von Syrakus besucht, ist von der Größe des Kirchenbaus und von der Kleinheit der Keramikmadonna überwältigt. Da hängt eine kleine Madonnenfigur in einem runden Kirchenschiff, das in seiner Dimension fast der Kathedrale im brasilianischen Brasilia gleicht. Wir finden dort ständig betende Menschen, die sich im Kirchenschiff mit seinen 11'000 Sitzplätzen sozusagen verlieren.

Bischof Baranzini müsste eigentlich heilig gesprochen werden, weil er gegen jede „Vernunft“ ein Marienwunder anerkannt hat, das doch so außergewöhnlich ist, wie jenes neueren Datums in Civitavecchia. Auch dort befand sich ein Bischof, der sich nicht gegen das Phänomen stellte, das Laien und Kirchenfürsten sofort für unglaubwürdig bezeichnet hatten. Bischof Girolamo Grillo, ein Mann der im vatikanischen Staatssekretariat seine Sporen abverdient hatte, tat das einzig Richtige. Er beschlagnahmte die fragliche Statue aus Medjugorje und bewahrte sie bei sich auf. Er erlaubte wissenschaftliche Prüfungen durch die italienischen Behörden wie auch wissenschaftlicher Einrichtungen.

Dann prüfte er das Unglaubliche selbst. „Ich hatte die Statue in der Hand und betete zur Muttergottes und dann begann die kleine Statue blutige Tränen zu weinen, in meinen eigenen Händen! Wie konnte ich von diesem Augenblick an  n i c h t  an die Wahrheit des Wunders glauben?“ sagte er mir mit Tränen in den Augen. Er hat inzwischen diese Welt verlassen, doch sein Zeugnis ist geblieben. Das eines Bischofs, der seine Aufgabe als Hirte ernst genommen hat, wie der Erzbischof von Siracusa zu seiner Zeit


Das erste Heiligtum (1953)


Die 1966 erbaute Basilika (Platz für11'000 Besucher, 4'000 m2)

Marienheiligtum von Syrakus

© Copyright Glaubhaft katholisch